Vergleichsverfahren
Die wesentliche Anforderung an das Vergleichsverfahren ist, obwohl es trivial klingen mag, die Vergleichbarkeit zu garantieren. Salopp gesagt: "Wir wollen nicht Äpfel mit Birnen vergleichen."
Anforderungen
Für SAP-Systeme sind dabei zwei grundlegende Fragen zu beantworten:
- Ist die betrachtete Größe für einen Vergleich geeignet?
- Sind die betrachteten Systeme gut vergleichbar?
Die zweite Anforderung hängt damit zusammen: Wir benötigen Vergleiche von unterschiedlichen Strukturen und auf unterschiedlichen Skalen in gleicher Präzision. Konkret bedeutet das, dass wir nicht eine einzige Größe vergleichen, sondern eine bestimmte Menge verschiedener Größen. Wir verwenden nicht ein einzelnes Kriterium für die Vergleichbarkeit, sondern mehrere.
Außerdem ist die Frage, ob sich zwei Systeme vergleichen lassen, nicht einfach mit ja oder nein zu beantworten. Wir benötigen ein Kriterium, das die Vergleichbarkeit von zwei Systemen quantifizierbar macht.
Realisierung
Unterschiedlich vergleichbare Systeme können berücksichtigt werden, indem man Gewichte einführt. Gewichte liegen z.B. zwischen 0 und 1. Das Gewicht hängt von zwei Systemen ab und beschreibt die Ähnlichkeit der beiden Systeme. Ein Gewicht von 0 bedeutet, dass beide Systeme nicht vergleichbar sind, Gewicht 1 bedeutet, dass die Systeme identisch sind.
Das Hauptproblem besteht darin, die Gewichte geeignet zu definieren. Dabei ist die konkrete Fragestellung zu berücksichtigen. Interessiert man sich z.B. für die Back-up-Kosten, wird man andere Gewichte verwenden als für applikationsbezogene Kosten wie den Second-Level-Support. Die Gewichte werden in der Regel auch nicht nur von einer Größe, sondern von mehreren abhängen.
Ein weiterer wichtiger Punkt ist die Skalierung verschiedener Größen. Kosten hängen typischerweise von der Größe der Systeme ab, wobei der Faktor Größe durch verschiedene Parameter beschrieben wird. Für SAP-Systeme wird Größe oft durch die Zahl der Benutzer angegeben. Das ist in fast allen Fällen unzureichend, da z.B. die Transaktionslast, die Batchlast, die Komplexität oder die Zahl der verschiedenen Applikationen ebenso wichtig oder sogar wichtiger ist.
Außerdem muss berücksichtigt werden, dass man in der Regel keinen einfachen linearen Zusammenhang zwischen 'Größe' und Kosten hat. Zum einen gibt es einen Sockel, also bestimmte Mindestkosten, die nötig sind, um überhaupt ein ERP-System betreiben zu können. Zum zweiten sind kleine Systemlandschaften häufig teurer als größere. Weiter können für sehr große Systeme die Administrationskosten überproportional steigen. Man muss also nichtlineare Skalierungsfunktionen verwenden, um den Zusammenhang zwischen 'Größe' und Kosten zu beschreiben.
